Acht Fotos, ein Monat – und erst beim Zusammenstellen der Collage ist mir aufgefallen, dass sich durch diesen September ein roter Faden zieht, den ich so gar nicht geplant hatte: Es waren lauter Momente, in denen ich mich in meinem Körper einfach zuhause gefühlt habe. Beim Tanzen, im Sattel, unter dem Vollmond – und sogar Auge in Auge mit einer Spinne.
Genau dieses Gefühl ist der Grund, warum es diesen Blog überhaupt gibt. Deshalb nehme ich dich heute ganz persönlich mit, ohne Studien, dafür mit ein paar Bildern aus meinem Leben im Wienerwald.
Warum ein goldenes Puzzleteil auf meinem neuen Profilbild?
Für mein Instagram-Profil „Verstehe deinen Körper“ gibt es seit diesem Monat ein neues Profilbild – und mir war von Anfang an klar: Das goldene Puzzleteil muss mit drauf. Nicht als hübsche Deko, sondern weil es genau das beschreibt, was damals bei mir passiert ist.
Ich habe jahrelang fast alles richtig gemacht – bewusst gegessen, mich viel bewegt, hochwertige Nahrungsergänzung genommen – und trotzdem hat irgendetwas gefehlt. Was genau, habe ich erst verstanden, als ich zum ersten Mal meine Zellbausteine gemessen habe. Das war mein fehlendes Puzzleteil. Die ganze Geschichte dazu erzähle ich in meinem Artikel darüber, warum ich trotz gesunder Ernährung nicht mehr ich selbst war.
Seitdem steht das Puzzleteil für mich für einen einzigen Gedanken: nicht immer noch mehr Teile dazukaufen, sondern zuerst schauen, welches eigentlich fehlt.
Tanzen in einem Club in Wien: Freiheit und Freundschaft
Ein Abend, der mir noch lange nachgehen wird: Tanzen in einem Wiener Club mit einer lieben Freundin, grünes und pinkes Licht, laute Musik aus den 90ern und 2000ern und zwei Frauen, die einfach nur Spaß hatten. Es gibt da jetzt so geniale Formate in einigen Clubs für die Zielgruppe 40+: nicht erst bis 1 Uhr früh warten, bis Stimmung ist und sich dann die ganze Nacht um die Ohren schlagen, sondern schon früher beginnen und dann gemütlich um 24 Uhr nach Hause fahren und nach einem wundervollen Tanzabend trotzdem genug Schlaf bekommen. (Wer wissen will, in welchen genialem Club wir waren, schreibt mir gerne eine email an: hallo@verstehedeinenkoerper.com Ich möchte keine versteckte Werbung machen)
Ich glaube, wir Frauen in dieser Lebensphase unterschätzen, wie viel so ein Abend wert ist. Jahrelang hat bei vielen von uns der Kalender bestimmt, wofür Zeit ist und wofür nicht – Job, Kind, Haushalt, Termine, und irgendwo ganz unten auf der Liste vielleicht man selbst. Tanzen stand da selten ganz oben. Dabei ist genau das Freiheit: sich bewegen, weil es sich gut anfühlt, und nicht, weil es auf irgendeinem Trainingsplan steht. Und eine Freundin an der Seite zu haben, mit der man das teilen kann, ist für mich eines der schönsten Geschenke überhaupt.
Draußen: Schafe, Herbstsonne und ein Ausritt bei Traumwetter
Der Wienerwald hat sich diesen September von seiner allerschönsten Seite gezeigt. Draußen unterwegs stand plötzlich eine ganze Schafherde vor dem Waldrand – schwarze, braune, weiße, dicht aneinandergedrängt. Kleine Randnotiz mit Selbstironie: In der Zeit, in der ich kaum geschlafen habe, hat mir Schafe zählen genau gar nichts gebracht. Schafe anschauen dagegen ist ganz wunderbar. Dass Weiden wie diese auch für die Artenvielfalt eine große Rolle spielen, erklärt der Biosphärenpark Wienerwald übrigens sehr schön.
Und dann dieser Herbstausritt: blauer Himmel, eine weite Wiese und die bewaldeten Hügel des Wienerwalds bis zum Horizont. Wer mich kennt, weiß, dass ich als Wanderreiterin unzählige Stunden im Sattel verbracht habe – und trotzdem ist es jedes Mal wieder etwas Besonderes. Pferde merken sofort, ob du wirklich bei dir bist oder mit dem Kopf schon ganz woanders. Sie haben mir über die Jahre mehr über Körperwahrnehmung beigebracht als so manches Buch – dazu schreibe ich noch einen eigenen Artikel. Und wer wissen möchte, warum ich sogar unsere Hormone als Reitergruppe auf einem gemeinsamen Ritt erkläre: Das Pferd lässt mich eben auch beim Schreiben nicht los.
Vollmondpicknick: wenn der Wald eine eigene Stimmung hat
Ich liebe Vollmond. Er hat für mich etwas Magisches – der Wald, das Licht, alles ist so anders und hat eine ganz eigene Stimmung. Die Bäume werden zu Silhouetten, die Wiese schimmert, und Geräusche, die du tagsüber gar nicht wahrnimmst, sind plötzlich da.
Am 26. September war es wieder so weit, und diesmal habe ich den Vollmond ganz bewusst gefeiert: mit einem Vollmondpicknick und einer kleinen Käseverkostung. Draußen sitzen, gut essen, in den Himmel schauen, nichts müssen – für mich ist das Genuss in seiner schönsten Form.
Der Septembervollmond trägt übrigens einen eigenen Namen: Erntemond. Er ist der Vollmond, der der Tagundnachtgleiche am nächsten liegt, und geht abends besonders früh und flach auf – früher konnten die Bauern dadurch länger auf den Feldern arbeiten. Und warum wir den Mond überhaupt mal als Sichel und mal als volle Scheibe sehen, erklärt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt ganz anschaulich mit einem Apfel, einer Mandarine und einer Taschenlampe.
Die kleinen Dinge: Blumen und ein Sonntagsfrühstück
Nicht alles an diesem Monat war groß. Ein Strauß weißer Blumen als Überraschung – und Überraschungen dieser Art sind ja bekanntlich die schönsten. Und ein gemeinsames Sonntagsfrühstück draußen im Garten bei Sonnenschein.
Genießen ist für mich keine Nebensache. Es gehört genauso dazu, gut für sich zu sorgen, wie Bewegung, Schlaf oder das, was auf dem Teller landet. Das habe ich lange unterschätzt. Heute nehme ich mir diese Momente ganz bewusst für mich.
Besondere Gartenbewohner – und warum ich keine Angst vor Spinnen habe
Mein Lieblingsfoto aus diesem Monat ist vermutlich das, bei dem du vielleicht kurz zusammenzuckst: eine Kreuzspinne mitten in ihrem Netz, ein Gast, den ich in dieser Pracht nicht jeden Tag vor die Handykamera bekomme.
Ich habe keine Angst vor Spinnen. Ich finde sie faszinierend. Wenn du genauer hinschaust, siehst du, wie präzise so ein Radnetz gebaut ist – jeder Faden hat seinen Platz, und das Ganze hält nur, weil die Fäden im richtigen Verhältnis zueinander gespannt sind. Und was von Weitem bedrohlich wirkt, ist aus der Nähe betrachtet ziemlich harmlos: Der Biss einer Gartenkreuzspinne ist laut Nationalpark Donau-Auen für uns Menschen nicht gefährlich. Das musste ich erst nachlesen. Als Kind habe ich immer gehört: der Biss einer Kreuzspinne ist giftig.
Genau hier spannt sich für mich der Bogen zu meiner Arbeit. Viele Frauen erzählen mir, dass sie sich ein bisschen vor dem eigenen Testergebnis fürchten. Lieber nicht so genau wissen – dann muss man auch nichts ändern. Ich verstehe das gut. Aber meistens ist es wie mit der Spinne: Das Unbekannte macht mehr Angst als das, was du dann tatsächlich siehst. Und sobald du hinschaust, wird aus einem diffusen Unbehagen etwas, mit dem du arbeiten kannst.
Beim Trockenbluttest geht es übrigens auch um genau so ein Verhältnis. Nicht ein einzelner Wert erzählt die Geschichte, sondern wie die Fettsäuren zueinander stehen – ein bisschen wie die Fäden im Netz. Diese Balance ist ein wichtiger Baustein deiner Zellmembranen, und was das bedeutet, erkläre ich ausführlich in der Kategorie Das Fundament verstehen. Warum ein Standard-Blutbild genau diese Ebene nicht zeigt, liest du in meinem Artikel warum dein Blutbild gut aussehen kann, obwohl du dich nicht gut fühlst.
Messen statt Raten heißt für mich nicht, Zahlen zu sammeln. Es heißt: hinschauen statt wegschauen. Orientierung statt Angst.
Was ich aus diesem September mitnehme
Wenn ich die Collage jetzt noch einmal anschaue, sehe ich eine Frau, die sich in ihrem Körper wieder zuhause fühlt – auf der Tanzfläche, im Sattel, beim Picknick unter dem Vollmond. Das war nicht immer so, und ich weiß noch sehr genau, wie es sich anfühlt, wenn genau das fehlt. Das ist meine persönliche Erfahrung, kein Versprechen. Aber es ist der Grund, warum ich hier schreibe.
Und falls du beim Lesen gedacht hast: So würde ich mich auch gern wieder fühlen – dann schau einfach mal in Ruhe vorbei, wie ich mit einem einfachen Test angefangen habe hinzuschauen. Ohne Eile, ganz in deinem Tempo.
Ulrike